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Die `!gotische Sprache`! ist eine `F33f`_`[germanische Sprache`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Germanische_Sprachen]`_`f, die von den `F33f`_`[Goten`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Goten]`_`f gesprochen wurde. Sie ist die einzige in längeren Texten überlieferte Form des `F33f`_`[Ostgermanischen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Ostgermanische_Sprachen]`_`f und dank der im 4. Jahrhundert verfassten gotischen Bibelübersetzung, der `F33f`_`[Wulfilabibel`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Wulfilabibel]`_`f, überliefert in Abschriften des 6. Jahrhunderts wie dem `F33f`_`[Codex Argenteus`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Codex_Argenteus]`_`f, zugleich die älteste literarisch überlieferte `F33f`_`[Schriftform`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Geschriebene_Sprache]`_`f einer germanischen Sprache.`:cite-ref-1[`F5bf`_`[1`#cite-note-1]`_`f]
Das Gotische unterscheidet sich von west- und nordgermanischen Sprachen unter anderem durch den Erhalt der `F33f`_`[urgermanischen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Urgermanisch]`_`f Endung `**-z`* (entsprechend z. B. `F33f`_`[lateinisch`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Latein]`_`f `*-s`*) im Nominativ Maskulinum Singular, wo es zu `*-s`* `F33f`_`[entstimmt`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Auslautverhärtung]`_`f wurde. Dies ist beispielhaft sichtbar an den Wörtern für Tag, Gast und Sohn, nämlich gotisch `*dags, gasts, sunus`* gegenüber althochdeutsch `*tag, gast, sunu`* oder altwestnordisch `*dagr, gestr, sunr`* (wo sich `**-z`* in `*-r`* gewandelt hat, siehe `F33f`_`[Rhotazismus`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Rhotazismus]`_`f).`:cite-ref-2[`F5bf`_`[2`#cite-note-2]`_`f] Außerdem liefert es die einzigen Belege einiger archaischer Formen (siehe `F33f`_`[Gotische Grammatik`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Gotische_Grammatik]`_`f, besonders die Abschnitte zu `F33f`_`[Verben`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Gotische_Grammatik]`_`f und `F33f`_`[Archaismen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Gotische_Grammatik]`_`f).
>>Contents
• `F0af`_`[Geschichte`#geschichte]`_`f
• `F0af`_`[Gotische Dokumente und Sprachdenkmäler`#gotische-dokumente-und-sprachdenkm-ler]`_`f
• `F0af`_`[Der Codex Argenteus`#der-codex-argenteus]`_`f
• `F0af`_`[Die Codices Ambrosianus und Taurinensis`#die-codices-ambrosianus-und-taurinensis]`_`f
• `F0af`_`[Weitere Codices`#weitere-codices]`_`f
• `F0af`_`[Andere Quellen`#andere-quellen]`_`f
• `F0af`_`[Lautlehre`#lautlehre]`_`f
• `F0af`_`[Grammatik`#grammatik]`_`f
• `F0af`_`[Personalpronomen`#personalpronomen]`_`f
• `F0af`_`[Syntax`#syntax]`_`f
• `F0af`_`[Substantive`#substantive]`_`f
• `F0af`_`[Verben`#verben]`_`f
• `F0af`_`[Sprachbeispiel: Vaterunser`#sprachbeispiel-vaterunser]`_`f
• `F0af`_`[Literatur`#literatur]`_`f
• `F0af`_`[Hand- oder Lehrbücher und Grammatiken`#hand-oder-lehrb-cher-und-grammatiken]`_`f
• `F0af`_`[Textausgaben`#textausgaben]`_`f
• `F0af`_`[Wörterbücher`#w-rterb-cher]`_`f
• `F0af`_`[Weitere Forschungsliteratur`#weitere-forschungsliteratur]`_`f
• `F0af`_`[Weblinks`#weblinks]`_`f
• `F0af`_`[Einzelnachweise`#einzelnachweise]`_`f
-─
>>Geschichte
Im 4. Jahrhundert übersetzte der gotische `F33f`_`[Bischof`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Bischof]`_`f `F33f`_`[Wulfila`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Wulfila]`_`f (auch Ulfilas, 311–382) mit einer Gruppe von Übersetzern die `F33f`_`[Bibel`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Bibel]`_`f ins Gotische und schuf so die sogenannte `F33f`_`[Wulfilabibel`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Wulfilabibel]`_`f.
Nach dem Ende der `F33f`_`[gotischen Reiche`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Goten]`_`f (`F33f`_`[Ostgotenreich`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Ostgotenreich]`_`f in `F33f`_`[Italien`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Italien]`_`f, 493–555, und `F33f`_`[Westgotenreich`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Westgotenreich]`_`f in `F33f`_`[Gallien`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Gallien]`_`f und `F33f`_`[Spanien`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Spanien]`_`f, 418–711) ging auch die gotische Sprache weitgehend verloren, wobei in Spanien bereits seit dem Übertritt der gotischen Herrenschicht (nur etwa zwei bis drei Prozent der Bevölkerung waren Goten) vom `F33f`_`[Arianismus`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Arianismus]`_`f zum `F33f`_`[Katholizismus`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Katholizismus]`_`f und der damit einhergehenden Vermischung der verschiedenen Volksgruppen (Romanen, Goten, `F33f`_`[Sweben`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Sweben]`_`f, romanisierte `F33f`_`[Kelten`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Kelten]`_`f) unter König `F33f`_`[Rekkared I.`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Rekkared_I.]`_`f (reg. 586–601) der Gebrauch der gotischen Sprache zugunsten der `F33f`_`[frühspanischen Umgangssprache`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Spanische_Sprache]`_`f zurückging. Es sind nur ungefähr 20 Wörter im heutigen Spanischen nachweisbar, die einen sicher gotischen Ursprung haben.`:cite-ref-3[`F5bf`_`[3`#cite-note-3]`_`f]
Nur auf der Halbinsel `F33f`_`[Krim`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Krim]`_`f, bei dem dort zurückgebliebenen Teil der `F33f`_`[Ostgoten`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Ostgoten]`_`f, den späteren `F33f`_`[Krimgoten`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Krimgoten]`_`f, konnte sich das `F33f`_`[Krimgotische`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Krimgotische_Sprache]`_`f von der Einwanderung Mitte des 3. Jahrhunderts n. Chr. bis in das 18. Jahrhundert halten, bevor es endgültig von der `F33f`_`[tatarischen Sprache`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Tatarische_Sprache]`_`f verdrängt wurde. Umstritten ist die Verwandtschaft der gotischen Sprache mit skandinavischen Sprachen, die in der Regel mit der in der gotischen Stammes-Sage angegebenen Herkunft aus Südschweden (siehe `F33f`_`[Scandza`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Scandza]`_`f) in Zusammenhang gebracht werden. Immerhin gibt es auffällige Ähnlichkeiten im Wortschatz des Schwedischen (insbesondere des auf `F33f`_`[Gotland`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Gotland]`_`f gesprochenen Dialekts `F33f`_`[Gutamål`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Gutamål]`_`f) und des Gotischen, während das Gotische in `F33f`_`[morphologischer`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Morphologie_(Sprache)]`_`f Hinsicht interessante Ähnlichkeiten zum `F33f`_`[Althochdeutschen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Althochdeutsch]`_`f zeigt.
>>Gotische Dokumente und Sprachdenkmäler
Nur wenige Zeugnisse des Gotischen sind erhalten. Sie reichen nicht aus, um die gesamte Sprache zu rekonstruieren. Die meisten gotischen Texte sind Übersetzungen aus anderen Sprachen (hauptsächlich aus dem Griechischen), so dass davon ausgegangen werden kann, dass fremdsprachige Elemente diese Texte beeinflusst haben.
Der `F33f`_`[arianische`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Arianismus]`_`f Bischof `F33f`_`[Wulfila`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Wulfila]`_`f, der Haupt einer westgotischen christlichen Gemeinde in der römischen Provinz `F33f`_`[Moesia`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Moesia]`_`f (im heutigen Bulgarien und Rumänien) war, veranlasste eine Übersetzung der griechischen Bibel ins Gotische. Die erhaltenen Teile dieser Übersetzung machen den allergrößten Teil der bis heute erhaltenen Zeugnisse des Gotischen aus. Neben großen Teilen des Neuen Testaments sind auch einige wenige Fragmente des Alten Testaments erhalten geblieben. Die Wulfilabibel ist dabei eine Übersetzung, die stilistisch – und teilweise auch grammatisch – sehr nah beim Original zu bleiben versucht, sodass es teilweise schwierig ist, zu rekonstruieren, wie die Volkssprache jener Zeit ausgesehen hat.
Neben der Wulfilabibel gibt es nur wenige andere gotische Sprachzeugnisse, etwa einige `F33f`_`[Runeninschriften`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Runen]`_`f, die `F33f`_`[Skeireins`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Skeireins]`_`f (Bibelauslegungen), ein Bruchstück eines Kalenders und ostgotische Urkundenunterschriften aus dem 6. Jahrhundert.
Neben den Quellen des Gotischen aus der `F33f`_`[Antike`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Antike]`_`f gibt es wenige weitere, wesentlich spätere Denkmäler des Gotischen auf der `F33f`_`[Krim`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Krim]`_`f. Der Status dieser Dokumente ist aber insofern umstritten, als es nicht klar ist, inwieweit diese Denkmäler allein auf das Gotische oder vielleicht auch auf andere, westgermanische Dialekte zurückgehen.
Die Primärquellen für das Gotische sind:
>>>Der Codex Argenteus
Der heute in `F33f`_`[Uppsala`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Uppsala]`_`f bewahrte Codex Argenteus, auch `*Silberbibel`* genannt, umfasst einschließlich des Speyer-Fragments insgesamt 188 Blätter, die den größeren Teil der vier Evangelien enthalten. Es handelt sich um die umfangreichste Dokumentation des Gotischen in einem zusammenhängenden Text.
>>>Die Codices Ambrosianus und Taurinensis
Der `F33f`_`[Codex Ambrosianus`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Wulfilabibel]`_`f (Mailand) und der `F33f`_`[Codex Taurinensis`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Codex_Taurinensis]`_`f (Turin): fünf Teile, insgesamt 193 Blätter.
Es handelt sich um das besterhaltene Manuskript einer Wulfilabibel aus dem 6. Jahrhundert (von den nördlichen Ostgoten überliefert) aus dem heutigen Italien. Dieser Codex enthält einen langen Auszug aus den vier Evangelien. Da es sich um eine Übersetzung aus dem Griechischen handelt, ist es voll von Wörtern und Ausdrücken, die dem Griechischen entlehnt wurden. Die Syntax ist sehr eng an die griechische angelehnt. Der Codex Ambrosianus enthält verstreute Passagen aus dem Neuen Testament (einschließlich einiger Teile der Evangelien und Episteln), aus dem Alten Testament (Nehemiah) sowie einige Kommentare, bekannt als `F33f`_`[Skeireins`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Skeireins]`_`f. Es ist daher wahrscheinlich, dass der Text von den Kopisten in gewissem Umfang verändert wurde.
>>>Weitere Codices
Es handelt sich um Fragmente der Wulfilabibel.
• Codex Gissensis (Gießen): ein Blatt, `F33f`_`[Lukasfragment`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Lukasevangelium]`_`f, Kapitel 23–24. Es wurde 1907 in Ägypten gefunden, aber durch einen Wassereinbruch 1945 zerstört.
• `F33f`_`[Codex Carolinus`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Codex_Carolinus_(Wolfenbüttel)]`_`f (Wolfenbüttel): vier Blätter, Fragmente des `F33f`_`[Römerbriefs`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Römerbrief]`_`f, Kapitel 11–15.
• `F33f`_`[Codex Vaticanus Latinus 5750`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Codex_Vaticanus_Latinus_5750]`_`f: drei Blätter, S. 57 f., 59 f. und 61 f. der Skeireins.
>>>Andere Quellen
• Eine Anzahl unterschiedlicher alter Dokumente: Alphabete, Kalender, Glossen aus verschiedenen Manuskripten und ein paar Runeninschriften (zwischen 3 und 13, beispielsweise der `F33f`_`[Ring von Pietroassa`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Ring_von_Pietroassa]`_`f), die dem Gotischen zugeordnet werden oder nahestehen sollen. Einige Wissenschaftler bezweifeln jedoch, dass all diese Inschriften Gotisch sind.`:cite-ref-4[`F5bf`_`[4`#cite-note-4]`_`f]
• Im Jahr 2015 wurden von dem russischen Historiker Andrej Winogradow `F33f`_`[fünf Graffiti-Inschriften auf Steinplatten`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Krimgotische_Sprache]`_`f wiederentdeckt und als gotisch identifiziert, die 1938 in `F33f`_`[Mangup`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Mangup]`_`f ausgegraben worden waren.`:cite-ref-5[`F5bf`_`[5`#cite-note-5]`_`f]`:cite-ref-0-6-0[`F5bf`_`[6`#cite-note-0-6]`_`f] Sie wurden auf die zweite Hälfte des 9. oder erste Hälfte des 10. Jahrhunderts datiert und von Winogradow und Maxim Korobow transkribiert, transliteriert und übersetzt.`:cite-ref-7[`F5bf`_`[7`#cite-note-7]`_`f]`:cite-ref-winogradow-8-0[`F5bf`_`[8`#cite-note-winogradow-8]`_`f]
>>Lautlehre
Das Gotische kennt fünf kurze`:cite-ref-9[`F5bf`_`[9`#cite-note-9]`_`f] und sieben lange `!Vokale`!:`:cite-ref-10[`F5bf`_`[10`#cite-note-10]`_`f]
`t
| | Vorne | Vorne | Vorne | Vorne | Hinten | Hinten | Hinten | Hinten |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| | ungerundet | ungerundet | gerundet | gerundet | ungerundet | ungerundet | gerundet | gerundet |
| | kurz | lang | kurz | lang | kurz | lang | kurz | lang |
| Geschlossen | <i> [ i ] | <ei> | <w> [ y ] 1 | <w> 1 | | | <u> [ u ] | <u> |
| Halbgeschlossen | | <e> | | | | | | <o> |
| Halboffen | <ai> [ ɛ ] 2 | <ai> | | | | | <au> [ ɔ ] 2 | <au> |
| Offen | | | | | <a> [ a ] | <a> 3 | | |
`t
• 1 Nur = υ, οι in griechischen Lehnwörtern (`*swnagoge`* = συναγωγή, `*Lwstrws`* = Λύστροις).
• 2 Vor (`*taíhun`* „Zehn“, `*waúrd`* „Wort“),`:cite-ref-11[`F5bf`_`[11`#cite-note-11]`_`f] in der Reduplikationssilbe (`*saíslep`* „schlief“)`:cite-ref-12[`F5bf`_`[12`#cite-note-12]`_`f] und in griechischen und lateinischen Lehnwörtern (`*apaústaúlus`* = ἀπόστολος, `*laíktjo`* = `*lectio`*).
• 3 Nur aus `F33f`_`[Ersatzdehnung`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Ersatzdehnung]`_`f (`*brāhta`* < *`*branhtē`* „brachte“).
Von den germanischen `!Diphthongen`! ist nur noch <iu> erhalten. Einige Forscher nehmen an, dass die germanischen Diphthonge `*ai`* und `*au`* in Wulfilas Sprache immer noch als bzw. ausgesprochen wurden; eine andere Ansicht ist, dass sie monophthongiert worden waren. In den gotischen Namen schreiben die lateinischen Schriftsteller dafür einen Monophthong ab dem 4. Jahrhundert `*(Austrogoti > Ostrogoti)`*. Allerdings schreibt die `F33f`_`[Historia Augusta`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Historia_Augusta]`_`f (ca. 360(?), also wahrscheinlich zur Zeit Wulfilas) `*Austrogothi`*; die `*o`* für `*au`* sind alle jünger. Ob noch im 6. Jahrhundert bei Jordanes `*Gapt`*, dessen `*p`* vielleicht wie [`F33f`_`[w`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Labialisierter_stimmhafter_velarer_Approximant]`_`f] ausgesprochen wurde, für `*Gaut`* stehen könnte, ist ungewiss. Auch `*ai`* ist zumindest bis 400 erhalten (`F33f`_`[Gainas`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Gainas]`_`f, `F33f`_`[Radagaisus`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Radagaisus]`_`f). Der `F33f`_`[Ring von Pietroassa`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Ring_von_Pietroassa]`_`f hat `*hailag`*. Das während der Wandalenherrschaft in Afrika, also ca. 430–530, entstandene Gedicht `*De conviviis barbaris`* der `F33f`_`[Anthologia Latina`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Anthologia_Latina]`_`f hat `*eils`*, also ebenfalls Diphthong. Die Wiedergabe griechischer Wörter im Bibelgotisch spricht hingegen für eine monophthongische Aussprache (z. B. `*Pawlus`*); `!e`! und `!o`! sind also immer lang, auch wenn sie nicht durch Akzente gekennzeichnet sind. Langes „i“ wird durch `!ei`! dargestellt.
Die `!Konsonanten`! sind:
`t
| | Labiale | Labiale | Dentale | Dentale | Alveolare | Alveolare | Palatale | Palatale | Velare | Velare | Labiovelare | Labiovelare | Laryngale |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| | stimmlos | stimmhaft | stimmlos | stimmhaft | stimmlos | stimmhaft | stimmlos | stimmhaft | stimmlos | stimmhaft | stimmlos | stimmhaft | stimmlos |
| Verschlusslaute | <p> <b> 1 | <b> [ b ] 2 | | | <t> <d> 1 | <d> [ d ] 2 | | ?<ddj> [ ɟ ] 3 | <k> <g> 1 | <g> [ g ] 2 | <q> <g> 1 | <gw> 3,4,5 | |
| Reibelaute | <f> | <b> [ β ] 3 | <þ> [ θ ] | <d> [ ð ] 3 | <s> [ s ] | <z> [ z ] 3 | | | <g> [ x ] 4 <h> [ x ] 5 | <g> [ ɣ ] 3 | | | |
| Approximanten | | | | | | | | <j> [ j ] | | | <ƕ> [ ʍ ] | <w> [ w ] | <h> [ h ] |
| Nasale | <m> [ m ] | <m> [ m ] | | | <n> [ n ] | <n> [ n ] | | | <g, n> [ ŋ ] 6 | <g, n> [ ŋ ] 6 | | | |
| Laterale | | | | | <l> [ l ] | <l> [ l ] | | | | | | | |
| Vibranten | | | | | <r> [ r ] | <r> [ r ] | | | | | | | |
`t
• 1 Im Auslaut nach einem Nasal.
• 2 Im Anlaut und nach einem Nasal.
• 3 Im Inlaut.
• 4 Im Auslaut oder vor einem stimmlosen Konsonanten.
• 5 Vor einem Konsonanten.
• 6 Vor velaren Okklusiven.
Lautlich (phonologisch) hat sich vom `F33f`_`[Urgermanischen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Urgermanisch]`_`f zum Gotischen weniger verändert als zu den übrigen altgermanischen Sprachen. Dies hängt sehr wahrscheinlich auch damit zusammen, dass die Überlieferung des Gotischen – mit Ausnahme der `F33f`_`[urnordischen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Urnordische_Sprache]`_`f Runeninschriften – fast dreihundert Jahre vor der Überlieferung der anderen germanischen Sprachen einsetzt.
Die folgenden Lautgesetze werden angewandt:
• germ. `*e`* > got. `*i`* (auch im Diphthong `*eu`* > `*iu`*)
• `*i`* und `*u`* werden vor `*r, h, `F33f`_`[ƕ`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Liste_der_IPA-Zeichen]`_`f`* zu `*aí`* [`F33f`_`[ɛ`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Ungerundeter_halboffener_Vorderzungenvokal]`_`f] bzw. `*aú`* [`F33f`_`[ɔ`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Gerundeter_halboffener_Hinterzungenvokal]`_`f] geöffnet.
• `F33f`_`[Auslautverhärtung`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Auslautverhärtung]`_`f: `*b, d, g, z`* werden im absoluten Auslaut und vor `*s`* zu `*f, þ, h (g), s`*
• Verschärfung: `*ww, jj`* > `*ggw`* (`*triggws`* „treu“), `*ddj`* (`*-waddjus`* „Wand“)
Die `F33f`_`[spanische Sprache`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Spanische_Sprache]`_`f verfügt über einige Laute, die im Germanischen, nicht aber im Lateinischen als Grundlage des Spanischen vorhanden waren: [], [], [], [] und []. Möglicherweise wurden diese Phoneme aus dem (West-)Gotischen ins Iberoromanische importiert. `F33f`_`[Wolfram Euler`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Wolfram_Euler]`_`f geht davon aus, dass dieser Import durch westgotische Muttersprachler erfolgte und „dass die Aussprache des heutigen Spanischen hinsichtlich seines Phonembestandes also auf ein mit germanischem Akzent gesprochenes Iberoromanisch zurückgeht“.`:cite-ref-13[`F5bf`_`[13`#cite-note-13]`_`f] Aus `F33f`_`[hispanistischer`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Hispanistik]`_`f Sicht ist diese Hypothese allerdings unhaltbar, da die entsprechenden Laute im `F33f`_`[Altspanischen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Altspanisch]`_`f noch nicht vorhanden waren, sich erst im `F33f`_`[Mittelspanischen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Mittelspanisch]`_`f in dieser Form entwickelt haben und z. T. keineswegs Bestandteil der spanischen `F33f`_`[Koiné`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Koine]`_`f sind (`F33f`_`[Allophonie`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Allophon]`_`f).
>>Grammatik
→
Hauptartikel
:
Gotische Grammatik
Im Gotischen gibt es dieselben vier Fälle (`F33f`_`[Kasus`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Kasus]`_`f) wie im Deutschen: `F33f`_`[Nominativ`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Nominativ]`_`f zur Bezeichnung des Subjektes, `F33f`_`[Genitiv`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Genitiv]`_`f, `F33f`_`[Dativ`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Dativ]`_`f und `F33f`_`[Akkusativ`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Akkusativ]`_`f zur Bezeichnung des direkten Objektes (vgl. `F33f`_`[Patiens`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Patiens]`_`f). Ein `*`F33f`_`[Instrumental`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Instrumentalis]`_`f`* ist (anders als im `F33f`_`[Althochdeutschen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Althochdeutsche_Sprache]`_`f) nur bei einigen `F33f`_`[Pronomen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Pronomen]`_`f erhalten. In den Substantivklassen, die im Nominativ Singular die Endung `!-s`! haben, ist der Vokativ identisch mit dem Akkusativ.
Darüber hinaus existieren zwei Zeiten (`F33f`_`[Tempora`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Tempus]`_`f) (Vergangenheit und Nicht-Vergangenheit) und drei Numeri (`F33f`_`[Singular`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Singular]`_`f, `F33f`_`[Dual`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Dual_(Grammatik)]`_`f, `F33f`_`[Plural`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Plural]`_`f). Der Dual existiert nur bei Personalpronomina und Verben.
>>>Personalpronomen
Die Deklination der Personalpronomina im Gotischen:
`t
| Numerus | Person | Genus | Nominativ | Akkusativ | Genitiv | Dativ |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Singular | 1. | | ik | mik | meina | mis |
| Singular | 2. | | þu | þuk | þeina | þus |
| Singular | 3. | Maskulinum | is | ina | is | imma |
| Singular | 3. | Femininum | si | ija | izos | izai |
| Singular | 3. | Neutrum | ita | ita | is | imma |
| Dual | 1. | | wit | ugkis | *ugkara | ugkis |
| Dual | 2. | | *jut | igqis | igqara | igqis |
| Plural | 1. | | weis | uns, unsis | unsara | uns, unsis |
| Plural | 2. | | jus | izwis | izwara | izwis |
| Plural | 3. | Maskulinum | eis | ins | ize | im |
| Plural | 3. | Femininum | *ijos | ijos | izo | im |
| Plural | 3. | Neutrum | ija | *ija | *ize | im |
`t
Der Stern (*) bezeichnet erschlossene, nicht belegte Formen.
>>>Syntax
In der `F33f`_`[Bibelübersetzung`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Wulfilabibel]`_`f ist die Satzstellung häufig an das `F33f`_`[griechische`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Griechische_Sprache]`_`f Vorbild angeglichen, was zeigt, dass die Satzstellung offenbar keinen allzu festen Regeln unterworfen war wie etwa im `F33f`_`[Englischen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Englische_Sprache]`_`f. Wie in allen germanischen Sprachen werden die Elemente, die als (Adjektiv-)`F33f`_`[Attribut`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Attribut_(Grammatik)]`_`f fungieren, vorangestellt: `!sa alþa wulfs`! „der alte Wolf“. Der bestimmte `F33f`_`[Artikel`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Artikel_(Wortart)]`_`f `!sa, sô, þata`! ist noch nicht (wie im Altgriechischen) zum bloßen Formwort degradiert, einen unbestimmten Artikel gibt es nicht. Das `F33f`_`[Personalpronomen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Personalpronomen]`_`f als `F33f`_`[Subjekt`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Subjekt_(Grammatik)]`_`f ist nicht immer obligatorisch. Entscheidungsfragen können durch die (`F33f`_`[enklitische`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Klitikon]`_`f) `F33f`_`[Partikel`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Partikel_(Grammatik)]`_`f `!-u`! gebildet werden: `!niu qimis þu?`! „kommst du nicht?“; wird eine Verneinung als Antwort erwartet, benutzt man `!ibai`!: `!ibai qimis`! „du kommst nicht, oder?“.
>>>Substantive
Gotische Substantive lassen sich in etwa ein Dutzend verschiedener Klassen einteilen, von denen die meisten Klassen im Neuhochdeutschen nicht mehr existieren. Ein Deklinationsbeispiel anhand des Substantives `!sunus`! „Sohn“ (u-Stamm):
`B100`F9d9 Singular Plural Singular Plural`f`b
`B100`F9d9 Nominativ sunus sunjus „(der) Sohn – (die) Söhne“`f`b
`B100`F9d9 Genitiv sunaus suniwê „(des) Sohnes – (der) Söhne“`f`b
`B100`F9d9 Dativ sunau sunum „(dem) Sohne – (den) Söhnen“`f`b
`B100`F9d9 Akkusativ sunu sununs „(den) Sohn – (die) Söhne“`f`b
`B100`F9d9 Vokativ sun(a)u! (sunjus!) „(o/du) Sohn! – (o/ihr) Söhne!“`f`b
Bemerkenswert ist die Ähnlichkeit mit der litauischen Sprache: sūnus, sūnaus, sūnui, sūnų, sūnau!
>>>>Die gotischen Substantivklassen („Stämme“)
`B100`F9d9 Klasse Unterteilungen Geschlecht Beispiel`f`b
`B100`F9d9 Vokalische Stämme:`f`b
`B100`F9d9 a-Klasse a, ja, wa maskulin, neutral dags „Tag“, hlaifs „Brot“`f`b
`B100`F9d9 ô-Klasse ô, jô, wô feminin giba „Gabe“`f`b
`B100`F9d9 i-Klasse – maskulin, feminin gasts „Gast“`f`b
`B100`F9d9 u-Klasse – alle sunus „Sohn“`f`b
`B100`F9d9 Konsonantische Stämme:`f`b
`B100`F9d9 n-Klasse an-Stämme maskulin, neutral hraba „Rabe“ (m.), hairtô „Herz“ (n.)`f`b
`B100`F9d9 ôn-Stämme feminin tungo „Zunge“`f`b
`B100`F9d9 în-Stämme feminin managei „Menge“`f`b
`B100`F9d9 r-Klasse – maskulin, feminin broþar „Bruder“`f`b
`B100`F9d9 nd-Klasse – alle nasjands „Retter“`f`b
`B100`F9d9 Wurzelflektierende Stämme alle baurgs „Burg, Stadt“`f`b
Die `F33f`_`[Deklination`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Deklination_(Grammatik)]`_`f der einzelnen Klassen ist weder einheitlich noch frei von Unregelmäßigkeiten, zusätzlich gibt es noch Unterklassen (z. B. die ja- und wa-Stämme) – einige Klassen umfassen sogar nur eine Handvoll Substantive (z. B. gibt es nur einen neutralen u-Stamm: `!faihu`! „das Vieh“). Deshalb wird hier nur die Deklination der regelmäßigen Substantive in den häufigsten Klassen beschrieben (von oben nach unten: Nominativ – Genitiv – Dativ – Akkusativ, links Singular, rechts Plural):
`B100`F9d9 a-Stämme o-Stämme i-Stämme an-Stämme maskulin`f`b
`B100`F9d9 hlaifs * hlaibos giba gibos gasts* gasteis hraba hrabans`f`b
`B100`F9d9 hlaibis hlaibe gibos gibo gastis gaste hrabins hrabane`f`b
`B100`F9d9 hlaiba hlaibam gibai gibom gasta gastim hrabin hrabam`f`b
`B100`F9d9 hlaif * hlaibans (= Nominativ) gast* gastins hraban (= Nominativ)`f`b
`B100`F9d9 * Vor -s und am Wortende tritt „Auslautverhärtung“ ein: b>f, d>þ, g>h.`f`b
`B100`F9d9 „Brot“ „Brote“ „Gabe“ „Gaben“ „Gast“ „Gäste“ „Rabe“ „Raben“`f`b
>>>Verben
Fast alle gotischen `F33f`_`[Verben`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Verb]`_`f werden nach dem `F33f`_`[urindogermanischen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Proto-Indogermanisch]`_`f Prinzip der sogenannten „thematischen“ Konjugation `F33f`_`[flektiert`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Flexion]`_`f, das heißt, sie setzen einen sogenannten Themavokal zwischen Wurzel und `F33f`_`[Flexions`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Flexion]`_`f`F33f`_`[suffix`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Suffix]`_`f ein. Die für das Indogermanische rekonstruierten Themavokale sind `**e`* und `**o`*, im Gotischen sind sie weiterentwickelt zu `*i`* und `*u`*. Die andere, „athematische“ Konjugation, bei der `F33f`_`[Suffixe`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Suffix]`_`f direkt an die Wurzel angefügt werden, existiert im Gotischen nur noch beim Verb `!wisan`! „sein“ sowie bei einigen Klassen der schwach deklinierten Verben (z. B. behält das Verb `!salbôn`! „salben“ seinen Stamm `*salbô-`* stets unverändert bei, es treten keine Themavokale hinzu wie z. B. bei `!baíran`! (s. u.)). Das athematische Verb `!wisan`! zeigt im Indikativ Präsens wie in allen indogermanischen Sprachen viele Unregelmäßigkeiten aufgrund des Wechsels von Normal- und Schwundstufe:
Präsens Indikativ: `!ik im, þu is, is ist; wis si(j)um, jus si(j)uþ, eis sind`!
Wie in allen germanischen Sprachen gibt es zwei Gruppen von Verben, die als „stark“ bzw. „schwach“ bezeichnet werden. Schwache Verben bilden das `F33f`_`[Präteritum`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Präteritum]`_`f durch das Suffix `!-da/-ta`!, starke durch `F33f`_`[Ablaut`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Ablaut]`_`f:
`*schwach:`* salbôn – salbôda – salbôdedun – salboþs, „salben – ich/er salbte – sie salbten – gesalbt“ `*stark:`* qiman – qam – qemun – qumans, „kommen – ich/er kam – sie kamen – gekommen“
>>>>Archaismen
Das Gotische hat einige archaische Elemente aus urindogermanischer Zeit bewahrt: Zum einen zwei `F33f`_`[Dualformen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Dual_(Grammatik)]`_`f („wir beide“ und „ihr beide“), zum anderen ein `F33f`_`[synthetisches`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Synthetischer_Sprachbau]`_`f `F33f`_`[(Medio-)Passiv`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Diathese_(Linguistik)]`_`f im Präsens:
`!`F33f`_`[Dual`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Dual_(Grammatik)]`_`f Indikativ:`! `!baíros`! „wir beide tragen“, `!sôkjôs`! „wir beide suchen“ `!báirats`! „ihr beide tragt“, `!sôkjats`! „ihr beide sucht“
`!`F33f`_`[Dual`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Dual_(Grammatik)]`_`f `F33f`_`[Optativ`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Optativ]`_`f:`! `!baíraiwa`! „wir beide trügen“, `!salbôwa`! „wir beide salbten“ `!baíraits`! „ihr beide traget“, `!salbôts`! „ihr beide salbet“
`!`F33f`_`[Dual`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Dual_(Grammatik)]`_`f `F33f`_`[Imperativ`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Imperativ_(Modus)]`_`f:`! `!baírats!`! „ihr beide sollt tragen!“, `!salbôts!`! „ihr beide sollt salben!“
`!`F33f`_`[Dual`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Dual_(Grammatik)]`_`f `F33f`_`[Präteritum`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Präteritum]`_`f:`! Indikativ: `!bêru, bêruts / salbôdêdu, salbôdêduts`! Optativ: `!bêrweiwa, bereits / salbôdeiwa, salbôdeits`!
`!`F33f`_`[Passiv`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Diathese_(Linguistik)]`_`f `F33f`_`[Indikativ`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Indikativ_(Modus)]`_`f:`! 1. und 3. Person Singular: `!baírada / salbôda`! „werde|wird getragen / gesalbt“ 2. Person Singular: `!baíraza / salbôza`! „wirst getragen / gesalbt“ im ganzen Plural: `!baíranda / salbônda`! „werden|werdet getragen / gesalbt“
`!`F33f`_`[Passiv`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Diathese_(Linguistik)]`_`f `F33f`_`[Optativ`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Optativ]`_`f:`! 1. und 3. Person Singular: `!baíraidau / habaidau`! „würde getragen / gehabt“ 2. Person Singular: `!baíraidau / habaizau`! „werdest getragen / gehabt“ im ganzen Plural: `!baíraindau / habaindau`! „werden|werdet getragen / gehabt“
Anmerkungen: Die ich-Form ist im Passiv durch die 3. Person Singular ersetzt worden. Im Plural ersetzt die 3. Person die wir- und ihr-Form. Im Folgenden wird auf die Dual- und Passivformen nicht weiter eingegangen.
>>>>Starke Verben
baíran „tragen“
`!`F33f`_`[Präsens`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Präsens]`_`f `F33f`_`[Indikativ`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Indikativ_(Modus)]`_`f:`! `!baíra, baíris, baíriþ; baíram, baíriþ, baírand`!
`!`F33f`_`[Präsens`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Präsens]`_`f `F33f`_`[Optativ`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Optativ]`_`f:`! `!baírau, baírais, baírai; baíraima, baíraiþ, baíraina`!
`!`F33f`_`[Präsens`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Präsens]`_`f `F33f`_`[Imperativ`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Imperativ_(Modus)]`_`f:`! `!-, baír!, baíradau!; (baíram!), (baíriþ!), baírandau!`!
`!`F33f`_`[Präteritum`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Präteritum]`_`f `F33f`_`[Indikativ`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Indikativ_(Modus)]`_`f:`! `!bar, bart, bar; bêrum, bêruþ, bêrun`!
`!`F33f`_`[Präteritum`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Präteritum]`_`f `F33f`_`[Optativ`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Optativ]`_`f:`! `!bêrjau, bêreis, bêri; bêreima, bêreiþ, bêreina`!
`!`F33f`_`[Infinitiv`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Infinitiv]`_`f:`! `!baíran`! „tragen“
`!`F33f`_`[Partizip Präsens`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Partizip_Präsens]`_`f:`! `!baírands`! „tragend“
`!`F33f`_`[Partizip Perfekt Passiv`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Partizip_Perfekt_Passiv]`_`f:`! `!baúrans`! „getragen“
>>>>Schwache Verben
Die schwachen Verben werden in vier Gruppen eingeteilt, getrennt durch den Themavokal:
Gruppe 1a: `!nasjan`! „retten“ (kurze Wurzelsilbe)
Gruppe 1b: `!sôkjan`! „suchen“ (lange Wurzelsilbe)
Gruppe 2: `!salbôn`! „salben“ (ô-Klasse)
Gruppe 3: `!haban`! „haben“ (ei-Klasse)
Gruppe 4: `!fullnan`! „voll werden“ (na-Klasse)
`!`F33f`_`[Präsens`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Präsens]`_`f `F33f`_`[Indikativ`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Indikativ_(Modus)]`_`f:`! `!nasja, nasjis, nasjiþ; nasjam, nasjiþ, nasjand`!
`!`F33f`_`[Präsens`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Präsens]`_`f `F33f`_`[Optativ`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Optativ]`_`f:`! `!nasjau, nasjais, nasjai; nasjaima, nasjaiþ, nasjaina`!
`!`F33f`_`[Präsens`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Präsens]`_`f `F33f`_`[Imperativ`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Imperativ_(Modus)]`_`f:`! `!-, nasei!, nasjadau!; (nasjam!), (nasjiþ), nasjandau!`!
`!`F33f`_`[Präteritum`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Präteritum]`_`f `F33f`_`[Indikativ`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Indikativ_(Modus)]`_`f:`! `!nasida, nasidês, nasida; nasidêdum, nasidêduþ, nasidêdun`!
`!`F33f`_`[Präteritum`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Präteritum]`_`f `F33f`_`[Optativ`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Optativ]`_`f:`! `!nasidêdjau, nasidêdeis, nasidêdi; nasidêdeima, nasidêdeiþ, nasidêdeina`!
`!`F33f`_`[Partizip Präsens`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Partizip_Präsens]`_`f:`! `!nasjands`! „rettend“
`!`F33f`_`[Partizip Perfekt Passiv`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Partizip_Perfekt_Passiv]`_`f:`! `!nasiþs`! „gerettet“
Gruppe 1b hat `!ei`! statt `*ji`*: `!sôkeis`! „suchst“, `!sôkida`! „suchte“
Gruppe 2 hat immer `!ô`!: `!salbô`! „salbe“, `!salbôda`! „salbte“
Gruppe 4 geht wie Gruppe 1a: `!fullna`! „werde voll“, `!fulln!`! „werde voll!“, `*aber Präteritum`*: `!fullnô-da`! „wurde voll“
Gruppe 3 hat: `!ai`! statt `*ji`*: `!habais`! „hast“, `!habaiþ`! „hat/habt“, `!ai`! statt `*jai`*: `!habai`! „(er) habe“ `!ai`! statt `*ei`*: `!habai!`! „habe!“ `!ai`! statt `*i`*: `!habaîda`! „hatte“ sonst `!a(u)`!: `!haba; habam – habau; habaima – habandau!`!
>>Sprachbeispiel: Vaterunser
Der Text des `F33f`_`[Vaterunsers`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Vaterunser]`_`f (`F33f`_`[Mt`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Evangelium_nach_Matthäus]`_`f 6,9–13 ) ist im `F33f`_`[Codex Argenteus`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Codex_Argenteus]`_`f auf `F33f`_`[fol.`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Folium]`_`f 4 `F33f`_`[recto`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Recto]`_`f, letzte Zeile, und auf fol. 5 `F33f`_`[verso`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Verso]`_`f, Zeilen 1 bis 12, zu finden. Der nachfolgenden Abschrift ist eine `F33f`_`[Transliteration`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Transliteration]`_`f beigefügt. Zur genaueren Beschreibung der Schriftzeichen, `F33f`_`[Interpunktion`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Interpunktion]`_`f und Worttrennung des Vaterunsers siehe Artikel `F33f`_`[Gotisches Alphabet`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Gotisches_Alphabet]`_`f.
`!Wörtliche Übersetzung:`!
`*Vater unser, du in {den} Himmeln, erweihe {sich der} Name dein. Komme [König-]Reich dein. Werde Wille dein, wie in {dem} Himmel und auf Erden. Laib unseren den täglichen gib uns {an} diesem Tage. Und ablass uns, dass {wir} Schuldner seien, so-wie auch wir ablassen den Schuldnern unseren. Und nicht bringest uns in Versuchung, sondern löse uns ab dem Üblen. Denn dein ist {das} [König-]Reich und {die} Macht und {die} Herrlichkeit in Ewigkeiten. Amen.`*
`!Aussprache:`!
`!þ`! wie englisches stimmloses `*th`*
`!h`! vor Konsonant/am Wortende wie „ch“ in ‚ach‘
`!ai`! wie langes, offenes „ä“
`!ei`! wie langes, geschlossenes „i“
`!au`! wie langes, offenes „o“
`!iu`! etwa wie „iw“
`*Siehe auch: `F33f`_`[Codex Argenteus`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Codex_Argenteus]`_`f, `F33f`_`[Gotisches Alphabet`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Gotisches_Alphabet]`_`f, `F33f`_`[Wulfilabibel`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Wulfilabibel]`_`f`*
>>Literatur
>>>Hand- oder Lehrbücher und Grammatiken
• `F33f`_`[Wilhelm Braune`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Wilhelm_Braune]`_`f (Begründer), Frank Heidermanns (Bearbeitung): `*Gotische Grammatik.`* (= Sammlung kurzer Grammatiken germanischer Dialekte. Hauptreihe A, Band 1). 20. Auflage. Max Niemeyer, Tübingen 2004, ISBN 3-484-10852-5, ISBN 3-484-10850-9.
• `F33f`_`[Mirra Moissejewna Guchman`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Mirra_Moissejewna_Guchman]`_`f: Готский язык: Пособие для филологов-германистов (Die gotische Sprache: Lehrbuch für Philologen und Germanisten). `F33f`_`[Lomonossow-Universität Moskau`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Lomonossow-Universität_Moskau]`_`f, Moskau 1998.
• `F33f`_`[Ernst Kieckers`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Ernst_Kieckers]`_`f: `*Handbuch der vergleichenden gotischen Grammatik.`* 2. Auflage. Max Hueber, München 1960.
• `F33f`_`[Wolfgang Krause`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Wolfgang_Krause_(Sprachwissenschaftler)]`_`f: `*Handbuch des Gotischen`*. C.H. Beck Verlag, München 1994, ISBN 3-406-09536-4.
• D. Gary Miller: `*The Oxford Gothic Grammar`*. Oxford University Press, Oxford 2019, ISBN 9780198813590, ISBN 9780191851438.
• Fernand Mossé: `*Manuel de la langue gotique`*. Paris 1942.
• `F33f`_`[Wilhelm Streitberg`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Wilhelm_Streitberg]`_`f: `*Gotisches Elementarbuch.`* Germanische Bibliothek I, Sammlung germanischer Elementar- und Handbücher, I. Reihe Grammatiken, Band 2, Heidelberg 1920, 5. und 6. neubearbeitete Auflage (Faksimile, PDF (`F33f`_`[Memento`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Webarchivierung]`_`f vom 10. April 2022 im `*`F33f`_`[Internet Archive`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Internet_Archive]`_`f`*)).
• `F33f`_`[Joseph Wright`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Joseph_Wright_(Philologe)]`_`f: `*Grammar of the Gothic Language`*. 2. Auflage. Clarendon Press, Oxford 1958.
>>>Textausgaben
• Hermann Jantzen: `*Gotische Sprachdenkmäler`*. Sammlung Göschen, Leipzig 1900.
• `F33f`_`[Christian Tobias Petersen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Christian_Tobias_Petersen]`_`f: `*Gotica Minora`*. (urspr. Hanau) 2001 u. ö.
• `F33f`_`[Wilhelm Streitberg`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Wilhelm_Streitberg]`_`f: `*Der gotische Text und seine griechische Vorlage, mit Einleitung, Lesarten und Quellennachweisen sowie den kleineren Denkmälern als Anhang, mit einem Nachtrag von Piergiuseppe Scardigli`* (= Die gotische Bibel. Band 1). 7. Auflage. Heidelberg 2000, ISBN 3-8253-0745-X, ISBN 3-8253-0746-8.
• `F33f`_`[Elfriede Stutz`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Elfriede_Stutz]`_`f: `*Gotische Literaturdenkmäler`*. Stuttgart 1966.
>>>Wörterbücher
• Gerhard Hubert Balg: `*A comparative glossary of the Gothic language with especial reference to English and German`*. New York: Westermann & Company, 1889 (Textarchiv – Internet Archive).
• Ernst Schulze: `*Gothisches Wörterbuch nebst Flexionslehre`*. Züllichau 1867 (Digitalisat).
• `F33f`_`[Wilhelm Streitberg`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Wilhelm_Streitberg]`_`f: `*Gotisch-Griechisch-Deutsches Wörterbuch (um zwei neue Wörter ergänzt von Piergiuseppe Scardigli)`* (= Die gotische Bibel. Band 2). 6. Auflage. Heidelberg 2000, ISBN 3-8253-0745-X, ISBN 3-8253-0746-8.
>>>Weitere Forschungsliteratur
• `F33f`_`[Fausto Cercignani`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Fausto_Cercignani]`_`f: `*The Development of the Gothic Short/Lax Subsystem.`* In: `*Zeitschrift für vergleichende Sprachforschung`*, 93/2, 1979, S. 272–278.
• Fausto Cercignani: `*The Reduplicating Syllable and Internal Open Juncture in Gothic.`* In: `*Zeitschrift für vergleichende Sprachforschung`*, 93/1, 1979, S. 126–132.
• Fausto Cercignani: `*The Enfants Terribles of Gothic “Breaking”: hiri, aiþþau, etc.`* In: `*The Journal of Indo-European Studies`*, 12/3-4, 1984, S. 315–344.
• Fausto Cercignani: `*The Development of the Gothic Vocalic System.`* In: `*Germanic Dialects: Linguistic and Philological Investigations`*, edited by Bela Brogyanyi and Thomas Krömmelbein, Benjamins, Amsterdam/Philadelphia 1986, S. 121–151.
• `F33f`_`[Wolfram Euler`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Wolfram_Euler]`_`f, Konrad Badenheuer: `*Sprache und Herkunft der `F33f`_`[Germanen`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Germanen]`_`f – Abriss des `F33f`_`[Protogermanischen vor der Ersten Lautverschiebung`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Prägermanisch]`_`f.`* London/Hamburg 2009, ISBN 978-3-9812110-1-6 (244 S.).
• `F33f`_`[Geoffrey Kovari`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Gottfried_Fischer_(Sprachwissenschaftler)]`_`f: `*Studien zum germanischen Artikel. Entstehung und Verwendung des Artikels im Gotischen.`* Wiener Arbeiten zur germanischen Altertumskunde und Philologie 26, zugleich: Dissertation, Universität Wien. Halosar, Wien 1984 (224 S.).
• `F33f`_`[Harald Haarmann`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Harald_Haarmann]`_`f: Gotisch. In: `F33f`_`[Miloš Okuka`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Miloš_Okuka]`_`f, Gerald Krenn (Hrsg.): Lexikon der Sprachen des europäischen Ostens (= Wieser-Enzyklopädie des europäischen Ostens. Band 10). Wieser Verlag, Klagenfurt/Celovec 2002, ISBN 3-85129-510-2, S. 171–173 (aau.at [PDF]).
• `F33f`_`[Stefan Schaffner`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Stefan_Schaffner]`_`f: `*Gothic and Other East Germanic Varieties`*. In: `*Oxford Research Encyclopedia of Linguistics`* 2024 (PDF).
>>Weblinks
Wikipedia auf Gotisch
Wikibooks: Gotisch
– Lern- und Lehrmaterialien
Wikisource: Gotische Sprache
– Quellen und Volltexte
• Literatur von und über Gotische Sprache im Katalog der `F33f`_`[Deutschen Nationalbibliothek`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Deutsche_Nationalbibliothek]`_`f
• Project Wulfila
• Gotische Miszellen
• Internetauftritt des Vereins der gotischen Sprache
• Eine kommentierte Linksammlung zum Gotischen
• `*Gotisches Wörterbuch`* von Gerhard Köbler
• Online-Wörterbuch Wikiling: Gotisch (und andere alte Sprachen)
• Das Krimgotische (`F33f`_`[Memento`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Webarchivierung]`_`f vom 24. August 2011 im `*`F33f`_`[Internet Archive`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Internet_Archive]`_`f`*)
• Videos mit Lesungen in gotischer Sprache
• glottothèque – Ancient Indo-European Grammars online (englisch), eine Onlinesammlung von Videos zu altindogermanischen Sprachen, produziert von der Georg-August-Universität Göttingen
>>Einzelnachweise
`:cite-note-1`!1.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-1]`_`f Hans Krahe (Verfasser), Elmar Seebold (Mitwirkender): Historische Laut- und Formenlehre des Gotischen. Zugleich eine Einführung in die germanische Sprachwissenschaften. Hrsg.: Hans Krahe. 2. Aufl. bearb. von Elmar Seebold. Carl Winter Universitätsverlag, Heidelberg 1967, S. 11,14,21.
`:cite-note-2`!2.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-2]`_`f Vgl. gotisch `*gasts`* (aus urgermanisch `**gastiz`*) mit lateinisch `*hostis`*
`:cite-note-3`!3.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-3]`_`f Natascha Müller, Anja Platz-Schliebs, Katrin Schmitz, Emilia Merino Claros: `*Einführung in die Romanische Sprachwissenschaft: Französisch, Italienisch, Spanisch.`* Narr Francke Attempto Verlag, Tübingen 2011, ISBN 978-3-8233-6628-7, S. 167 (online).
`:cite-note-4`!4.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-4]`_`f Braune/Ebbinghaus: `*Gotische Grammatik`*. Tübingen 1981.
`:cite-note-5`!5.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-5]`_`f Rüdiger Schmitt, `F33f`_`[Andreas Schwarcz`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Andreas_Schwarcz]`_`f, Ion Ioniţă: Krimgoten. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. B. 17. De Gruyter, Berlin/New York 2002, S. 373–377.
`:cite-note-0-6`!6.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-0-6-0]`_`f Maksim Korobov, Andrey Vinogradov: Gotische Graffito-Inschriften aus der Bergkrim. In: Zeitschrift für deutsches Altertum und Literatur. Band 145. S. Hirzel Verlag, Stuttgart 2016, S. 141–157.
`:cite-note-7`!7.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-7]`_`f Sergej Nemalewitsch in `F33f`_`[Meduza (russischsprachige Internetzeitung)`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Meduza]`_`f Молитвы на камнях Историк Андрей Виноградов рассказывает о первых надписях на крымско-готском языке, dat. 25. Dezember 2015 - abgerufen am 2. März 2016.
`:cite-note-winogradow-8`!8.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-winogradow-8-0]`_`f А. Ю. Виноградов, М. И. Коробов: `*Готские граффити из мангупской базилики.`* 2016, S. 57–75 (Russisch, PDF; abgerufen am 2. März 2016).
`:cite-note-9`!9.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-9]`_`f Über die kurzen Vokale siehe auch `F33f`_`[Fausto Cercignani`:/page/entry.mu`zim=wikipedia_de_all_nopic_2026-01.zim|entry_path=Fausto_Cercignani]`_`f: `*The Development of the Gothic Short/Lax Subsystem.`* In `*Zeitschrift für vergleichende Sprachforschung`*, 93/2, 1979, S. 272–278.
`:cite-note-10`!10.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-10]`_`f Siehe auch Fausto Cercignani: `*The Development of the Gothic Vocalic System.`* In `*Germanic Dialects: Linguistic and Philological Investigations`*, hrsg. von Bela Brogyanyi und Thomas Krömmelbein, Benjamins, Amsterdam/Philadelphia 1986, S. 121–151.
`:cite-note-11`!11.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-11]`_`f Siehe auch Fausto Cercignani: `*The Enfants Terribles of Gothic “Breaking”: hiri, aiþþau, etc.`* In: `*The Journal of Indo-European Studies`*, 12/3–4, 1984, S. 315–344.
`:cite-note-12`!12.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-12]`_`f Siehe auch Fausto Cercignani: `*The Reduplicating Syllable and Internal Open Juncture in Gothic.`* In `*Zeitschrift für vergleichende Sprachforschung`*, 93/1, 1979, S. 126–132.
`:cite-note-13`!13.`! `F0af`_`[↑`#cite-ref-13]`_`f Wolfram Euler, Konrad Badenheuer: `*Sprache und Herkunft der Germanen – Abriss des Protogermanischen vor der Ersten Lautverschiebung.`* London/Hamburg 2009, S. 80.
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